Auf den Spuren der Kieler Energiewende: Unser Kraftwerkbesuch

Auf den Spuren der Kieler Energiewende: Unser Kraftwerkbesuch

Im Rahmen unserer Praxiswoche hatten wir Jusos am 23. März die Möglichkeit die Baustelle des neuen Küstenkraftwerkes K.I.E.L. am Kieler Ostufer zu besichtigen. Auch dabei waren drei unserer jungen Kandidierenden für den Rat, Christina Schubert, Annika Schütt und Daniel Pollmann. Teil des Besuchs war ein Vortrag über den aktuellen Stand der Bauarbeiten, eine Führung über die Baustelle und ein Gespräch mit dem Betriebsrat. Ziel der Praxiswoche ist es Unternehmen in unserer Stadt zu besuchen und etwas über die heimische Wirtschaft zu lernen.

Sehenswert und hoch interessant war es vor allem, weil die Technologie, welche hier zum Einsatz kommt, bisher einmalig in Europa ist und ein Zeichen in Sachen innovativer Energieversorgung setzt. Das Kraftwerk besteht aus 20 Gasmotoren, welche nicht nur deutlich weniger CO² ausstoßen als das bisherige Kohlekraftwerk, sondern auch sehr flexibel in der Energieproduktion sind. Je nachdem ob es zum Beispiel bei der Stromerzeugung aus den umliegenden Windkraftanlagen eine Über- oder Unterversorgung gibt, können die Gasmotoren einzeln hinzu- oder abgeschaltet werden, sodass sie immer bedarfsgerecht und effizient produzieren. Vorteilhaft ist dabei auch, dass die Motoren in weniger als 5 Minuten auf ihre volle Leistung von 190 Megawatt hochfahren können. Das alte Kohlekraftwerk braucht dafür bis zu 4 Stunden.

Ein weiteres Kernelement ist die effiziente Kraft-Wärme-Kopplung des Kraftwerkes. Über das Gasheizkraftwerk wird Fernwärme für Kiel erzeugt und falls diese gerade nicht benötigt wird, gelangt sie einfach in den 60 Meter hohen Wärmespeicherturm. Durch diesen können bis zu 70.000 Haushalte 8 Stunden mit Wärme versorgt werden. Tatsächlich gab es sogar schon eine Anfrage, auf diesem Turm ein Restaurant zu eröffnen. Der Ausblick auf die Förde wäre zumindest fantastisch.

Das Küstenkraftwerk soll 2019 ans Netz gehen und das alte Gemeinschaftskraftwerk (GKK), das seit 1970 im Betrieb ist, vollständig ersetzen. Das neue Kraftwerk ist damit ein großer Beitrag zur Energiewende und ist sinnvoll in die Windenergiestrukturen in Schleswig-Holstein eingebettet. Durch diese einzigartige Technik, wird da sicher noch die ein oder andere Kommune aus dem In- und Ausland neidisch zu uns herüberschauen. Da hat die Stadt also durchaus etwas besonderes auf die Beine gestellt, worauf wir als Kielerinnen und Kieler stolz sein können. Uns Jusos hat es zumindest überzeugt.

Weitere Infos findet ihr hier: https://www.stadtwerke-kiel.de/swk/de/unternehmen/aktuell/gasheizkraftwerk/gasheizkraftwerk.jsp

Über den Autor