Rösta Socialdemokraterna! – Ein Besuch in Schweden

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Rösta Socialdemokraterna! – Ein Besuch in Schweden

Wer von heimischen Wahlkämpfen noch nicht genug bekommen konnte, der nutzte die Gelegenheit des vergangenen Wochenendes und reiste in die schwedische Hafenstadt Malmö. Mit einer Delegation, bestehend aus Kieler Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten, machten wir uns am Freitag auf den Weg, welcher uns durch Ostholstein, über den Fehmarnbelt, durch Lolland, Sjælland, Kopenhagen und schließlich über den Øresund nach Malmö führte.

   Malmöer Innenstadt

Nach der langen Anfahrt ging es gleich zur Sache. Die erste Wahlkampfstation war der Zentrale Infostand auf dem Gustav-Adolf-Platz in der Innenstadt Malmös. Der Anblick vor Ort erinnerte an ein kleines Dorf: jede Partei besaß ihre eigene kleine Bude im schwedischen Landhausstil, welche zumeist in Parteifarben bemalt war und von vielen Menschen umringt wurde. Ob jung, ob alt – das Interesse schien groß. Von der Innenstadt ging es weiter in eine malmöer Moschee, welche auf Grund des Freitagsgebets prall gefüllt war. Von Desinteresse an Politik war bei den anwesenden Gläubigen keine Spur, schließlich wurden alle demokratisch-gesinnten Parteien vom Moschee-Verein eingeladen, sich zu präsentieren. Zum Abschluss des Tages wurden alle Wahlkämpferinnen und -kämpfer zum Grillen mit den Gewerkschaften eingeladen. Bei bestem Wetter und leckerem Grillbuffet feuerte der schwedische Gewerkschaftspräsident noch einmal alle Anwesenden an, ihr Bestes für die letzte Woche vor der Wahl zu geben.

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Wahlkampf in einer Moschee

Am Morgen des zweiten Tages lernten wir einen weiteren Unterschied zum Wahlkampf in Deutschland kennen. Mit einem Clown, Schokolade, Bananen und Broschüren betraten wir einen belebten Kinderspielplatz in der Innenstadt, um die Gunst von jungen Familien zu ergattern. Was in Deutschland als negative Beeinflussung verstanden würde, wird hier als Fürsorge angesehen. Die Präsenz von Politik ist an (fast) allen Orten erwünscht. Vom noblen Kinderspielplatz nahm uns die SSU (Jugendorganisation der schwedischen Sozialdemokraten) daraufhin mit in die Problembezirke der Stadt. Wir sahen uns den Wohnblock an, in dem Zlatan Ibrahimovic aufwuchs und vor kurzem sogar einen Fussballplatz bauen ließ, und besuchten ein „Volkshaus“, in welchem während unserer Besuchszeit Diskussionen über Flüchtlingspolitik und Islamophobie stattfanden.

   SSU und Jusos

Neben diesem offiziellen Teil blieb uns aber auch viel Zeit, Stadt und Menschen näher kennen zu lernen. So nahm uns die SSU zum Abschluß unseres Besuchs mit in das Nachtleben Malmös. Es ist lebendig, jung und multikulturell – Eigenschaften welche die Malmöer Bevölkerung gut umschreibt. Die schwedische Sozialdemokratie sieht dies als Chance für eine bessere Zukunft. Wir hoffen, dass die Schweden es am 14. September genauso sehen.

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