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Echte Möglichkeit zur Auseinandersetzung mit Geschichte geschaffen – Jusos begrüßen Umbenennung des „Hindenburgufers“

Die Kieler Jusos zeigen sich, angesichts des gestrigen Beschlusses der Kieler Ratsversammlung das Kieler „Hindenburgufer“ in „Kiellinie“ umzubenennen, sehr erfreut. „Wir gratulieren der Ratsversammlung zu diesem klugen Beschluss. Nach einem Jahrzehnte andauerndem Diskussionsprozess war es endgültig an der Zeit auch für den restlichen Teil des ‚Hindenburgufers‘ einen neuen Namen zu finden.“, so Timm Wüstenberg, Kreisgeschäftsführer der Jusos Kiel.

 Die Jusos hatten den Diskussionsprozess seit Beginn des Jahres 2013 aktiv vorangetrieben und für eine klare Beschlusslage der Kielehindenburguferr SPD gesorgt. Teil der Forderung der Jusos war es auch, dass die alte Straßenbeschilderung in durchgestrichener Form erhalten bleibt und durch erklärende Hinweistafeln ergänzt wird. „Bei der Umbenennung geht es nicht darum, Hindenburg aus unseren Geschichtsbüchern zu streichen oder gar unsere Vergangenheit zu verleugnen. Im Gegenteil: Durch die beschlossenen begleitenden Maßnahmen zur Umbenennung können Passanten an der ‚Kiellinie‘ nun endlich zu einer kritischen Auseinandersetzung mit der Person „Paul von Hindenburg“ angeregt werden. Durch die reine Namensgebung wurde ein solcher Prozess bisher nicht angestoßen.“, erklärte Wüstenberg.

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Jusos fordern Umbenennung des Hindenburgufers – Alte Straßenschilder sollen durchgestrichen erhalten bleiben

Symbolbild

Eine Straßen-Benennung ist immer auch Zeichen einer Ehrerbietung. Die Benennung des Hindenburgufers wurde unmittelbar nach der „Machtergreifung“ der NSDAP vorgenommen. Dass die Namensgebung als Ehrung erfolgte – und zwar von den Nationalsozialisten – kann also schwer bestritten werden.“, erklärte Timm Wüstenberg, Kreisgeschäftsführer der Jusos Kiel. „In einer toleranten und weltoffenen Stadt wie Kiel es heute ist, können die Werte und Taten von Paul von Hindenburg jedoch nicht mehr für ehrenwert gehalten werden.“

Die Jusos fordern zudem, die alten Straßenschilder nicht einfach zu ersetzen, sondern, wie es die Stadt Münster bereits vorgemacht hat, diese durchzustreichen und durch neue zu ergänzen. „Eine kritische Auseinandersetzung und Erinnerung an unsere Geschichte wird derzeit nicht durch die Namensgebung ausgelöst. Erinnerungskultur benötigt mehr als ein unkommentiertes Straßenschild, das überhaupt keine kritische Auseinandersetzung ermöglicht. Durch das Durchstreichen der alten Straßenschilder kann Geschichte erinnert werden, ohne jedoch die Ehrung aufrechtzuerhalten.“, so Wüstenberg abschließend.